Hi Guys
(Teil 1)
Wie ihr seht habe ich einen ersten
Internetzugang in Down Under erspaeht.
Der Flug mit Singapore Airlines war eine gute Entscheidung, denn sie
haben mein Kajak anstandslos mitgefuehrt und
auch sonst war der Flug ganz angenehm. (Kurz
nachher haette ich wohl etwas anderes geschrieben, denn 22h auf so einem Kindersitz sind kein Schleck, auch wenn
den ganzen Weg Freibier offeriert wurde.)
Verglichen mit der Schweiz ist das Wetter mit 10 bis 15 Grad
verhaeltnismaessig warm, doch haette ich schon etwas mehr erwartet,
aber es
scheint sich langsam aber sicher zu bessern...
Mein Homestayfamily ist ganz nett und so war ich mit Warwick
(Familienoberhaupt) das halbe Wochenende auf der Suche nach einem
fahrbaren
Untersatz (wo mein Kajak Platz hat) und wurde sogar fuendig!!! Es
ist ein 12
Jahre alter Mitsubishi Sigma Kombi mit sagenhaften 300'000km. Das
Ding hat
weniger Rost als mein Golf, faehrt sich immerhin noch solala. Aber
fuer
umgerechnet 1500 Maeuse kann man wohl keinen Ferrari erwarten.
(Hoffe nur,
dass er die 10 Wochen ohne Reparatur uebersteht!)
Nun waere ich also bereits ready fuer meine erste Kanuerfahrung.
So habe ich
gestern meine Notizen und Kopien ueber Paddler in Christchurch
hervorgenommen und wenn alles klappt, bin ich uebers Wochenende in
Murchison. (Bob konnte ich noch nicht erreichen, er ist vermutlich
umgezogen. Ich habe mit einem gewissen Craig gesprochen, der aber
nicht so
begeistert schien, mich mitnehmen zu muessen. Mal schauen, ob er
mich
wirklich zurueckruft... )
Die Schule scheint solala, lauter frustierte Girls mit
irgendwelchem
Liebeskummer. Dafuer ist die Lehrerin voll motiviert und meine drei
Stunden
Englisch pro Tag dadurch schnell vorueber.
Was den Ausgang anbelangt, bin ich von Sydney wohl zu verwoehnt.
Heute, an
meinem ersten Mittwoch soll ein Studenten-Treffen sein und ich bin
mal
gespannt, ob da etwas Partystimmung aufkommt...
Das waers dann wohl feurs erste und ich wuensche euch eine gute
Zeit.
En liebe Gruess von Down Under, Thomi
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Meine ersten
Paddelerfahrungen
(Teil 2)
Hi Guys
Herzlichen Dank fuer eure News und Tips. So habe ich denn auch
schon
einwenig Fuss gefasst, hier in New Zealand! Die Jungs vom Waimanui
Canoe
Club haben mich tatsaechlich zurueckgerufen und wir hatten ein
tolles
Wochenende in Murchison (etwa 300km nordwestlich von Christchurch).
Am
Samstag paddelten wir bei herrlichstem Wetter zwei Trips auf dem
Buller
(Grown- und O'Sulivans-Run oder so) und am Sonntag den Middle- und
Earthquake-Run des Watakitaki. Wir waren etwa 15 Paddler (auch
einige vom
White Water Canoe Club, so z.B. Bob) und es war wirlich funny. Die
Guys sind
voellig verspielt und und lassen nicht die kleinste Welle aus... (Es
hatte
natuerlich auch andere, obwohl der Wasserstand war
eher
unterdurchschnittlich war.)
Zum Glueck habe ich mein eigenes Kajak mitgenommen, denn einen
InAZone hatten sie bis jetzt noch nicht gesehen. Wie ich hoerte gibt
es zur Zeit keinen Importeur mehr in N.Z. (Nun weiss ich immerhin,
dass ich ein Auge auf mein gelbes Stueck Platik werfen muss!) Was
die Bootswahl der Einheimischen anbelangt, so kam ich mir vor wie im
Kanuclub Zug; Die meisten Cracks haben einen RPM und da wir etwas
die Boote tauschten kam ich wieder mal in den Genuss ein
Rundbodenkajak zu paddeln. (Okay, ... es geht auch. Ist etwa wie
biken mit drei Gaengen, oder?) Natuerlich kam beim Umziehen auch
mein Teppich zum Zuge, was doch wieder mal
einige schmunzelnde Gesichter beschehrte ...
Leider laesst mein English einiges zu wuenschen uebrig und ich
verstehe nicht allzu viel, wenn sie
untereinander plaudern. (Ziemlich hart fuer
jemanden, der sonst eher eine grosse Klappe hat!) Speziell hart ist
es, wenn alle herzhaft ueber einen Witz lachen
und du hasst ihn nicht verstanden .. Ueber
Weihnachten und Neujahr scheint im Murchison wirklich einiges los zu sein, denn beinahe alle Kiwis vom letzten Wochenende
planen ein paar Tage dort. Es hat auch zwei
nette Pups dort, die schon letzten Samstag rege benutzt wurden...
Am naechsten Wochenende paddeln die Girls und Boys vom Waimanui
Club auf dem Avon River mitten durch die Stadt
und halten bei jedem Pub. Vom
Schwierigkeitsgrad her duerfte ich das gerade noch so schaffen, aber
wie bringe ich mein ganzes Zeugs wieder nach
Hause?
Mehr faellt mir zur Zeit nicht ein und somit wuensche ich euch
wieder mal was,
Thomi
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Teil 3
Hi Guys
So, nun sitze ich wieder mal vor einem Geraet, dass ich auch zu
recht Computer nennen darf. Erstmal vielen
Dank fuer eure News, ist immer sehr
interessant zu erfahren, was denn bei euch so lauft. Das Wetter scheint in den letzten drei Wochen hier
deutlich besser gewesen zu sein, ...so kam es
dann auch, dass rund um Murchsion zwischen Weihnachten und Neujahr der Wasserstand ziemlich tief war. Ausser
auf dem Buller (Granity und Earthquake Run) gab es kaum ernst zu
nehmende Alternativen, aber es machte trotzdem einen heiden Spass.
Auf den Earthquake Run hatte es zwei Wellen,
die einem ziemlich forderten. Wirklich surfen konnte man vor allem in der unteren nicht, aber alleine die
Herausforderung, etwas darin "verweilen" zu
koennen, gab genung Anlass, den Kampf aufzunehmen.
Einen Tag bin ich mit den Jungs von Christchurch gepaddelt, die
restlichen Tage mit einer kleineren Gruppe von
Amis, Deutschen und Schweizer (einer davon war
Martin Wyss, falls ihr ihn kennt). Die
Neujahrsparty war nicht schlecht; jede Menge Paddler in einem Pup versammelt und davor (weil es ja schoen warm ist
hier), gab auch was her. Da ich unterdessen
einige davon kannte, gab es natuerlich einiges zu plaudern und mit dem super Bier, das die Neuseelaender brauen,
musste es ja einen tollen Abend geben.
Die bisher besten Ferientage waren aber die drei danach (nach dem
1.1.) Ich war in einem super Backpackers an
der Westkueste mit zwei Paddler (Bob und
Barry) vom Kanuclub Christchurch. Am ersten Tag hatte es ebenfalls
wenig Wasser und so sind wir einen Fluss
gepaddelt (lower Toaroha), bei dem man sein
Kanu angeblich 10 Minuten zur Einbootsstelle tragen muss. Schon die Hinfahrt war unglaublich, denn die sind mit ihrem
Subaru Wege gefahren, wo die ganze Karre unten
aufstand und alle Raeder durchdrehten (4WD), aber zu meinem Erstaunen sind wir nie stecken geblieben. Die
10 Minuten Fussmarsch mit Kanu und in voller
Ausruestung waren in Wirklichkeit 50 und der Weg durch den Busch so sumpfig, dass ich eimal knietief
einsank und ein Schuh stecken blieben. Da die
Tevas verdammt teuer sind (aber trotzdem kaputt gehen, wie sich im Nachhinein heraustellte), habe ich
ihn natuerlich ausgegraben und war nachher von
oben bis unten mit Dreck beschmiert. Wenn ich
im Militaer so was machen muesste, wuerde ich drei Tage Knast
vorziehen. Aber so war's halt eine intessante
Erfahrung. Der Bach war jedenfalls toll und so
hat sich die Rackerei gelohnt.
Am naechsten Tag paddelten wir den Lower Kakapotahi und der war
mit einem Schwierigkeitsgrad von III+ und
einer IV+ Stelle eine happige Sache. Die
meisten Abfaelle konnte man nicht einsehen und ich musste mich auf
dieEnglischen Ratschlaege verlassen. War schlussendlich ein toller
Trip und es waere schoen gewesen, diesen Bach
noch ein paar Mal zu paddeln. Am dritten Tag
sind wir mit dem Heli zur Einstiegsstelle der Whataroa geflogen (es gibt wie bei vielen Baechen an der
Westkueste keine Strasse um hochzufahren).
Kosteste umgerechnet etwa 65 Franken, hat sich aber vollends
ausbezahlt. Der Fluss fuehrte etwa soviel Wasser wie
der Vorderrhein und es ging in einer Schlucht
zwischen riesigen Felsbrocken Richtung Meer hinunter. Es hatte einige recht happige Stellen, die wir vorher
alle besichtigt haben (mit einigem an
Fachsimpelei). Wir waren wieder eine tolle Gruppe und der Fluss war einfach sagenhaft, ... unglaublich. (Nach
mehr als 4 Stunden im Kajak war ich jedoch
mausetot!) Leider konnte ich ihn kein zweites Mal paddeln, weil Bob und Barry noch ihre Frauen dabei
hatten und sie es langsam satt waren, immer
alleine den Tag zu verplaempern.
So bin ich nach Queenstown weitergefahren und habe einen faulen
Tag gemacht. Das heisst ich bin bei super
Wetter mit einem Jetboot (Motorboot mit Platz
fuer 15 Leute, 700PS und Jetantrieb) ein Stueck den Shotover
hochgefahren.Da ist ganz schoen was abgegangen. Weil Queenstown vor
Weihnachtenueberschwemmt wurde, mussten wir bei einer Tankstelle am
Weg (See-Ende) tanken. Als wir wieder
losfuhren, hat der Coole Junge vergessen, das lose Seil hinten an Board zu nehmen und so hat es das Ding
im Jetantrieb zermahlt. Leider gab es als
Folge ziemlich boese Geraeusche aus der Mechanik und wir mussten auf ein anderes Boot warten.
Obwohl in schon fuer 5 Tage im MotorInn in Queenstown zum Voraus
bezahlt habe, bin ich dann nach Cromwell, in
ein Art Ferienhaus von Barry weitergefahren.
Von da sind wir den auf dem Kawarau River den Sections Roaring Meg und DogLeg Run gefahren.Auf der Roaring
Meg Trip gibt es eine Walze Namens Man Eater und die hat ihrem Namen alle Ehre gemacht, als sich Barry an der
linken Seite vorbeischmuggeln wollte. Denn
seit dem Hochwasser reicht das Loch mit
respekablem Ruecklauf ueber die ganze Breite des Kawarau. So hat es
dem Barry kraeftig die Kappe gewaschen. Das
war aber nicht das letzte Mal an diesem Tag,
denn der unterste Rapid auf dem DogLeg Run (heisst auch so), ist ebenfalls komplett veraendert und es hat nun drei
beachtliche Loecher hintereinander. Barry war
in jedem von denen, nachdem seine Linie voll in die Hose ging. Das mittlere ist ein Riesenteil und
gluecklicherweise hat er es geschafft,
zwischendurch etwas Luft zu holen (surfte mal seitwaerts mit ziemlich versteinertem Blick), bevor es ihn auf der
rechten Seite hinausspuehlte. (Als Erfahrener
V+ Paddler waere die Schande natuerlich
perfekt gewesen, wenn er auch noch aussteigen hatte muessen!) Leider hat er jetzt etwas genung vom paddeln und mir
gehen seit Weihnachten zum ersten Mal die
Paddelkollegen aus, obwohl ich gerne noch den Shotover gepaddelt haette, als Abschluss auf der Suedinsel.
Mal schauen, ob es nochklappt...
So, das waer's eigentlich soweit. Ich wuensche euch nachtraeglich
no es guets Neus und viel Spass am Snowboarden
oder so ...
Es Gruessli vom Thomi
Teil 4
An die Skifahrer und Snowboarder aus der Schweiz
Soweit ich mich erinnere, habt ihr meine letzten Zeilen aus
Queenstown erhalten und ich habe es dort tatsaechlich nicht mehr
geschafft, Kajakkollegen zu finden. So bin ich fuer teures Geld mit
einem Schlauchboot und einem halben Paddel den Shotover
heruntergetrieben. Naja, war mal etwas anderes. Nach einigen
gemuetlichen Tagen, zurueck in Christchurch, habe ich mich Richtung
Nordlinsel aufgemacht. Bei einem Stopp in Kaikoura wurde ich von der
Hektik von hunderten von Touristen ueberrollt und es war beinahe
alles auf mehrere Tage ausgebucht. Ich habe es dann doch noch
geschafft, drei Wale zu Gesicht zu bekommen, was sehr eindruecklich
war. Mit der Faehre zur Nordinsel verschifft, hat mich schon bald
ein Plaetzchen Namens River Valley Lodge in seinen Bann gezogen.
Natuerlich war ein super Bach (Ragitikei) nicht weit und ich konnte
mein Kajak auf den Anhaenger der Rafts werfen und bin auch mit ihnen
gepaddelt, weil ich der einzige Kajaker war (nebst dem Burschen, der
die Fotos schoss). Am ersten Tag bin ich hinter ihm her gepaddelt
und es war soweit alles paletti, nur war es halt etwas hektisch,
weil er immer wieder die Rafts ueberholen musste. Am zweiten haben
ich meine Linie selber gesucht, denn ich wollte ja auch Fotos von
mir.
Schnell einmal musste ich einsehen, dass nicht ueberall wo ein
Raft durchschlittert auch eine angenehme Linie fuer einen Kajaker
ist. Da es wieder mal sehr wenig Wasser hatte, blieben die Rafts
auch des oefteren stecken, was nicht ganz unproblemmatisch ist, wenn
man ihnen folgt (oder sich zwischen zweien befindet). Fuer die Fotos
habe ich mich selbstverstaendlich voll ins Zeug gelegt. Leider
wollte ich etwas zu viel und musste anschliessend einiges
einstecken. Sogar der InaZone kam eine Beule ab. Der Kunstoff
scheint aber selbstheilend und sie ist schon kaum mehr zu sehen. Am
Tage drei und vier habe ich mich wieder mehr auf eine saubere Linie
konzentiert und etwas Slalomerfahrung waere sehr von nuetzen
gewesen, denn der Wasserstand erreichte einen "rockige" Stand. Nun
hoffe ich natuerlich, dass ich die Fotos in einigen Wochen auch
tatsaechlich zugeschickt bekomme. Das schoene Wetter und die sehr
niedrigen Wasserstaende sind mir auch in Taupo und hier in Rotorua
treu geblieben. So war das Full James Playhole noch eine schlaffe
Welle und der Tutea Waterfall auf dem Kaituna ein Rinnsal.
So beende ich meine Paddelerfahrungen hier in NZL also ohne mich
einen beruehmten Wasserfall hintuntergestuertzt oder in einem groben
Playhole gespielt zu haben. Aber es war auch so ein Genuss der
Extraklasse!!!
Nun mache ich mir noch einige gemuetliche Tage bevor es dann am
6. von Auckland zurueck in den Winter geht. (Kaum vorstellbar, wenn
man mit den Short beinahe noch zu heiss hat!)
Ich wuensche euch eine gute Zeit und hoffentlich bis bald,
es liebs Gruessli vom Thom |